Trockene Betten, freiliegende Kiesbänke

Drastisches Niedrigwasser an mitteleuropäischen Flüssen im August erwartet.

Der Rhein steuert im Laufe des Augusts voraussichtlich auf eine ausgeprägte Niedrigwasser-Phase zu, die den Schiffsverkehr vor logistische Herausforderungen stellen könnte.

Besonders im Fokus steht dabei der Engpass Kaub: An dieser berüchtigtsten Flachstelle des Mittelrheins droht der Wasserstand im Laufe des Monats unter die kritische Marke von 70 bis 50 Zentimetern zu fallen.

Die Auswirkung ist gravierend, da ab diesen Werten die Frachtschifffahrt massiv eingeschränkt wird; Binnenschiffe können dann teilweise nur noch mit einem Drittel ihrer maximalen Ladung fahren, um nicht auf Grund zu laufen. Auch weiter flussabwärts im Rheinland zeigt sich ein ernüchterndes Bild: An den Pegeln in Köln und Düsseldorf werden die Kiesbänke weit im Flussbett freiliegen – ein Anblick, den man bereits aus den extremen Dürresommern 2018 und 2022 kennt.

Rhein-Niedrigwasser im Jahr 2022

Die Donau reagiert erfahrungsgemäß noch schneller auf fehlende Niederschläge im Einzugsgebiet als der Rhein. Vor allem die Bayerische Donau wird im unregulierten Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen im August extrem flach fallen. Für Flusskreuzfahrten und die kommerzielle Schifffahrt drohen daher ab Mitte August abschnittsweise vollständige Zwangsstopps oder das logistisch aufwendige Umsteigen der Passagiere auf Busse.

Noch dramatischer stellt sich die Situation im Osten dar. Da der Osten Deutschlands und Tschechien ohnehin zu den niederschlagsärmsten Regionen des Frühjahrs zählten, ist die Ausgangslage an Elbe und Oder besonders kritisch. An der Elbe wird beispielsweise an den Pegeln Dresden oder Magdeburg im August voraussichtlich extremes Niedrigwasser herrschen. Große Teile des Flussbettes werden sich in trockene Sandflächen verwandeln, sodass die Schifffahrt auf der Elbe abseits von touristischen Ausflugsdampfern mit geringem Tiefgang nahezu komplett zum Erliegen kommen dürfte.

Entwicklung Gemittelte Frühjahrsniederschläge Europa (1857-2026) in mm
 

 

Neben dem reinen Wassermangel könnten Hitzephasen im Juli und August für ein gefährliches zusätzliches Problem sorgen: Die starke Erwärmung der verbleibenden Wassermassen.

Sobald die Wassertemperaturen in Rhein und Elbe über die kritische Marke von 25 °C steigen, sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser rapide ab. Dies führt zu akutem Stress für Fischpopulationen und erfordert strenge behördliche Auflagen, wie etwa Beschränkungen für das Einleiten von warmem Kühlwasser aus Kraftwerken.

 

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