Quittung für die Sparpolitik der Nuller- und Zehnerjahre

Meinung: Hitzewellen in Europa - und wir sind unvorbereitet. Das erinnert stark an das Drama um unsere maroden Brücken und Schienen: Es wurde über Jahrzehnte schlicht zu wenig Geld in die Infrastruktur gesteckt.

Wir haben schon vor über 20 Jahren davor gewarnt, dass extreme Hitze zukünftig ein riesiges Thema sein wird - und Krankenhäuser sowie Pflegeheime dringend Klimaanlagen und umfassende Infrastrukturkonzepte brauchen.

Passiert ist seitdem wenig. Damals regierten Dogmen und Ideologien wie die „schwarze Null“ oder das Prinzip der „schwäbischen Hausfrau“. Jeder Cent für die Infrastruktur war angeblich zu viel.

Heute weiß man vor lauter Investitionsstau kaum noch ein und aus. Das Versäumnis bei der Hitzevorsorge reiht sich nahtlos ein in die bekannten Probleme bei der Bahn, im Verkehr oder Brückensperrungen wie aktuell in Bonn.

Man hat die Warnungen der Experten über 20 bis 30 Jahre ignoriert. Diese verfehlte Politik aus der Mitte der Gesellschaft in den Nuller- und Zehnerjahren fällt uns heute gesundheitlich und wirtschaftlich so richtig auf die Füße – und ist wohl auch ein Hauptgrund für den massiven Vertrauensverlust in die großen Volksparteien.

  Karsten Brandt
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