Bundesstadt läuft sich gesund

aktuell, 21.07.2026

Kaputte Brücke, 'ermüdete' Bahnen, überall Baustellen: Ist die Bonn Deutschlands neue Hauptstadt des Verkehrsinfarkts?

Wer in diesen Tagen versucht, sich regelkonform, zügig oder auch nur annähernd stressfrei durch Bonn zu bewegen, greift am besten zu Wanderschuhen.

Das neue Mobilitätskonzept der ehemaligen Bundesstadt steht fest: Der Weg ist das Ziel. Vor allem, weil man motorisiert ohnehin nirgendwo mehr ankommt.

Ein Auszug aus dem aktuellen Kollektiv-Kollaps:

A565-Knockout: Die Vollsperrung der Nordbrücke macht die Rheinquerung täglich zu einer Geduldsprobe.

Über 100.000 Pendler müssen täglich auf Ausweichrouten über die ohnehin schon hoch frequentierten beiden anderen Bonner Rheinbrücken zurückgreifen. Die Rheinfähren arbeiten seit Wochen an der Belastungsgrenze.

Wie lange sie bei dem extremen Rheinniedrigwasser noch den Fluss überhaupt noch queren können, bleibt abzuwarten. 

Bonner Nordbrücke
© www.donnerwetter.de

 

Tunnelteilsperrung im Süden: Wenn im Norden der Stadt die Luft schon brennt, muss der Süden folgerichtig nachziehen, oder? Daher gibt es hier seit Ende letzter Woche auch monatelange Teilsperrungen und Sanierungsarbeiten im Bad Godesberger Tunnel. Etwa 40.000 Autos durchfahren den Tunnel pro Tag.

Bahnen ziehen den Stecker: Als wäre der Dauerstau auf den Straßen nicht genug, zogen die Stadtwerke Bonn gestern (20.07.2026) mal eben 60 von 75 Stadtbahnen aus dem Verkehr – Verdacht auf Materialermüdung! Immerhin: Die Nachbarstadt Köln – selbst nicht gerade als Pünktlichkeits-Musterknabe bekannt – kann unterstützend aushelfen und Fahrzeuge leihen, um das kollabierende Bonner Netz vor dem endgültigen Infarkt zu bewahren.

Stadtbahnlinie 66 nach Siegburg / Archivaufnahme
© www.donnerwetter.de

Pendler-Gau zwischen Köln und Bonn: Zu allem Überfluss treffen derzeit auch noch Baustellen und Streckensperrungen die Bahn- und Stadtbahnlinien zwischen Köln und Bonn. Wer zwischen den beiden Städten pendeln muss, landet im Schienenersatzverkehr-Dschungel. Oder im Stau.

Last but not least - Baustellen-Mikado: Dazu gesellen sich unzählige kleine, mittelgroße und größere Baustellen an jeder Ecke.

Etwa am Endenicher Ei (A565 / B56), wo der massive Ersatzneubau des Brückenbauwerks samt Sperrungen voraussichtlich noch bis 2027 braucht. Am Belderberg in der Innenstadt verzögern sich die Arbeiten an der Unterführung wegen archäologischer Funde ebenfalls bis mindestens 2027. 

Am Ende beweist die Stadt, ob freiwillig oder unfreiwillig sei dahingestellt, wie eine radikale Verkehrswende wirklich geht. Wenn nichts mehr fährt, erübrigt sich auch die Parkplatzsuche. 

In diesem Sinne: Schnürt die Sportschuhe, packt Proviant ein – und allen ein frohes Wandern durch das rheinische Freiluft-Labyrinth!

 

  Redaktion
 Team-Info
 Team-Kontakt




5

Wetter-Meldungen

CO2-Deutschland

450 ppm
21.07.2026 18:34
mehr

Zitat des Tages

    "Derjenige, der zum ersten Mal anstatt eines Speeres ein Schimpfwort benutzte, war der Begründer der Zivilisation."

    Jean Paul